Mitt Romney gewinnt - wie erwartet - die Vorwahl der Republikaner in Florida

Florida(Primary_2012)_kleinTallahassee, 1. Februar 2012: Wie erwartet, hat Mitt Romney die gestrige Vorwahl (Primary) der Republikaner in Florida deutlich gewonnen. Nach Auszählung nahezu aller Stimmen (98 %) erreicht Romney gut 46 % und kann somit alle zu vergebenen 50 Parteitagsdelegierte für sich verbuchen.
Sein größter innerparteilicher Konkurrent, Newt Gingrich, der vor kurzem die Vorwahl in South Carolina gewann, kommt dieses Mal auf 32 %, der libertäre Kandidat Ron Paul erreicht nur 7 % und der der christlichen Rechten zugerechnete Kandidat Rick Santorum erzielt 13 %.
Bei dieser Vorwahl sind, so die Umfragedaten des Nachrichtensenders CNN, 51 % der abstimmenden Republikaner Männer, 49 % Frauen. Wie bei den anderen Vorwahlen auch befinden sich die weitaus meisten Personen in der Altersgruppe ab 45 Jahren aufwärts, in Florida sind es 78 %, während nur 6 % in der Altersgruppe von 18 bis 29 Jahren sind. Das erklärt offenbar auch dieses Mal das eher mäßige Abschneiden von Ron Paul. Dieser konnte, wie in den anderen Vorwahlen, so auch in Florida seine besten Werte (25 %) nur in dieser Altersgruppe erreichen, während Romney mit 51 % in der Altersgruppe der über 65-jährigen am besten abschneidet. Diese Altersgruppe stellt mit 36 % den relativ höchsten Anteil der republikanischen Anhängerschaft in Florida.
Romney kann ebenfalls hohe Anteile (60 %) in der Einkommensgruppe mit einem Jahreseinkommen von über 200000 US-$ erzielen, die allerdings nur 6 % der Republikaner stellt. Newt Gingrich schneidet mit 41 % in der ideologischen Gruppe am höchsten ab, die sich unter den Republikanern als „sehr konservativ“ einstufen. Diese Gruppe repräsentiert immerhin 33 % der republikanischen Anhängerschaft in Florida. Romney erreicht 59 % in der Gruppe, die sich selbst als „liberal“ oder „moderat“ einstuft.
Bei diesen Werten wundert es dann auch nicht, dass Gingrich mit 45 % das höchste Ergebnis bei denen erreicht, die der sehr konservativen „Tea-Party“-Bewegung nahestehen. Interessant ist zudem, dass sich 40 % der republikanischen Anhängerschaft in Florida als den „evangelikalen“ bzw. „wiedergeborenen“ Christen nahstehend bezeichnet. Hier kann Newt Gingrich mit 38 % am deutlichsten abschneiden, während Romney mit 54 % das höchste Ergebnis bei denen erzielt, die sich nicht zu dieser Gruppe zählen. Zudem kann Romney bei der katholischen Anhängerschaft (32 % der Republikaner in Florida) 56 % erreichen.
So ist der Sieg Romney wohl wieder damit zu erklären, dass es den Republikanern in erster Linie wichtig ist, einen Kandidaten zu finden und aufzustellen, von dem sie am ehesten erwarten, dass er bei der eigentlichen Präsidentenwahl im November den Amtsinhaber Barack Obama besiegen könnte. Immerhin gaben das 45 % der Republikaner in Florida an. In dieser Gruppe erreicht Romney 58 %, während diejenigen, die als Wert „wahrer Konservatismus“ angeben, zu 44 % Gingrich wählten.
Kommentar: Der Kampf zwischen dem als sehr konservativ eingestuften Gingrich und dem eher als liberal-konservativ gesehenen Romney zeigt allerdings auch ein Dilemma der Republikaner. Einerseits kann Romney zumindest in Umfragen gegenüber Präsident Obama recht gut abschneiden, er wird aber von denen nur marginal unterstützt, die sich auf sehr konservative Werte berufen. Diese aber werden - wie geschildert - von Gingrich mobilisiert.
Auch wenn die deutschen (öffentlich-rechtlichen) Mainstream-Medien in ihrer selbst verordneten Einfältig- und Ahnungslosigkeit wieder einmal jubeln über Romneys Sieg, so ist dieser spätestens im Herbst auf diese konservativen Republikaner angewiesen. Die Frage sei aber zumindest berechtigt, ob diese ihn dann auch unterstützen werden. Zumal gerade im zurückliegenden Vorwahlkampf allgemein als „schmutzig“ eingestufte Kampagnen zwischen Romney und Gingrich geführt wurden.    

LINKE und FDP weiterhin große Verlierer bei den Umfragen

Durchschnitt_smallBerlin, 31. Januar/1. Februar 2012: Ein weiteres Mal bereits zeigt der monatliche Umfragedurchschnitt (Wahlabsicht Bundestag) einen vergleichsweise hohen Anteil bei den unter der Bezeichnung „Sonstige“ zusammengefassten Parteien. So würden diese im Vergleich zum Bundestagswahlergebnis 2009 um 0,1 %-Punkte zulegen auf jetzt 4,1 Prozent.
Die LINKE könnte derzeit mit 6,9 % rechnen, sie wäre 5,0 %-Punkte unter ihrem letzten Bundestagswahlergebnis. Damit würde die Partei im Vergleich zum Ergebnis 2009 rund 42 % ihrer Wähler einbüßen. Dabei sei vorausgesetzt, dass Wahlbeteiligung und die gesamte Anzahl der Zweitstimmen die der Bundestagswahl 2009 entsprechen.
Der Umfragedurchschnitt zeigt Bündnis 90/Die Grünen immer noch auf vergleichsweise hohem Niveau. Die Partei bekommt in diesem Monat durchschnittlich 15,5 %, sie würde damit gegenüber der Bundestagswahl 2009 4,8 %-Punkte hinzugewinnen. Die FDP befindet sich seit April 2011 dauerhaft unterhalb der 5-%-Hürde, sie liegt nun bei 3,1 % (-11,5 %-Punkte) und würde nahezu 79 % ihrer Wählerschaft von 2009 verlieren.
Die CDU/CSU erreicht im Durchschnitt aller Institute 35,5 % (+ 1,7 %-Punkte im Vergleich zum Ergebnis 2009). Die SPD kommt diesen Monat auf 29,0 % (+ 6,0 %-Punkte).
Im Januardurchschnitt erreichen die PIRATEN 5,9 %, das sind 3,9 %-Punkte mehr als bei der Bundestagswahl 2009.
Derzeit könnten die Bundestags-Oppositionsparteien zusammen 51,4 % erzielen, mit der Piratenpartei sogar 57,3 %, während die jetzigen Regierungsparteien im Umfragedurchschnitt bei 38,6 % liegen.
In Parlamentsmandate umgerechnet, wobei hier keine (möglichen) Überhangmandate mit einbezogen sind, sondern nur die Anzahl der gesetzlich vorgeschriebenen Bundestagsmandate die Grundlage darstellt, hätten SPD und Grüne zusammen 287 (187 + 100) Mandate, die Linke erreicht 44 Sitze, die Piraten-Partei 38, die FDP keine und CDU/CSU zusammen 229 Mandate.
Zur Erklärung: Es handelt sich bei dieser “Rangliste” nicht um eine sozialwissenschaftliche Untersuchung, sondern um den Durchschnittswert, der sich aus der Berechnung der veröffentlichten Umfragedaten der Institute EMNID, Infratest-Dimap, der Forschungsgruppe Wahlen e. V., dem FORSA-Institut, dem GMS-Institut und dem Institut für Demographie (Allensbach) ergibt.